Lebenslauf eines Rassekaninchens

Ich wurde im Februar 2012 geboren.
Meine Eltern waren Kaninchen der Rasse Satin elfenbein, Rotauge. Ich bin eine Häsin
und hatte noch drei Schwestern und einen Bruder.
Nach meiner Geburt lag ich mit meinen Geschwistern in einem schönen, warmen, mit
Haaren ausgepolstertem Nest, welches meine Mutter gebaut hatte. Mama hat sich
liebevoll um uns gekümmert und täglich einmal gesäugt.
                                         Unser Züchter überwachte unsere Entwicklung.

Nach 10 Tagen konnte ich zum ersten Mal die Augen öffnen. Nachdem Mama nach
drei Wochen weniger Milch hatte, begannen meine Geschwister und ich immer
öfter auch feste Nahrung aufzunehmen. Hauptsächlich Heu, Strukturfutter und Möhren.
Als ich ungefähr fünf Wochen alt war, bekam ich
meinen Personalausweis. Der Tätowiermeister des
RKZV F 21 kam zu uns in den Stall und ich bekam
die Vereinskennung F 21 in das rechte Ohr und in
das linke Ohr die Nummer 2.2.7 eintätowiert.
Die erste Zahl ist der Monat, die zweite Zahl das
Jahr in dem ich geboren wurde und die dritte Zahl
bedeutet, das wievielte Kaninchen aus der Rasse
im Verein ich bin.
Die Tätowierfarbe färbt die Löcher, die mit der Zange gemacht wurden und desinfiziert
gleichzeitig. Das Tätowieren war etwas unangenehm, aber es tat nicht weh.
Dann kam der Tag, an dem ich eine eigene
Bucht für mich ganz alleine bekam.
Am Anfang habe ich Mama etwas vermisst, 
aber ich habe mich daran gewöhnt. Mein
Züchter nahm mich ab und zu aus meiner
Bucht, um mich zu wiegen und anzusehen.
                 
Der Sommer verlief mit Ausnahme einer
Pflichtimpfung und dem Besuch der
Stallschaukommission stressfrei.
Danach wurde ich aber immer öfter gewogen und auf alle möglichen Sachen
kontrolliert, selbst meine Krallen wurden geschnitten und die Geschlechtsecken
gesäubert.
Anfang November wurde ich in eine
Transportkiste gesetzt und im Auto zu
einer Kaninchenausstellung gefahren.
Dort kam ich in ein Gehege und neben mit
standen noch viele andere Kaninchen. Ich
war ganz aufgeregt, ich sah zum ersten Mal
auch andere Rassen. 
    Am nächsten Tag kamen
zwei Herren in weißen Kitteln und
begutachteten uns ausgiebig,
ich musste auch wieder auf die Waage.
Danach schrieben sie einen Zettel,
den sie Bewertungsurkunde nannten.
Dann begannen sie zu rechnen und
ermittelten die Siegertiere und
Vereinsmeistertitel.
Merkwürdigerweise wurden die Vereinsmeister nicht bewertet. Ich kann es mir nur
durch die merkwürdige Flasche links neben den Pokalen erklären, aber auch bei uns
gibt es ja Flaschenkinder.

Nach weiteren Erfolgen auf Ausstellungen wurden meine Geschwister und ich 2013
zur Zucht eingesetzt, allerdings mit Ausnahme einer Schwester.
Die ging den französischen Weg.

Eure F 21 / 2.2.7

PS:  
In diesem Jahr bin ich mit meinem jüngsten Nachwuchs im Kaninchendorf vertreten!